Sieben Tage lang der müde alte Gott In Begeisterung, in Verwirrung - in Eile Erschuf unseren armseligen Holzschnitt Und von jedem Geschöpf ein Paar. Für ihn zu erschaffen ist ein Vergnügen, - Und dann statt sich selbst Hat Gott den Menschen erschaffen Wie eine Probe für eine Modellpuppe. Diese Idee ist nicht neu Und von niemandem erfaßt worden - Ich werde wie zweimal zwei ist, beweisen: Daß Adam die erste Modellpuppe war. Wir sind wie Überreste von Chromosomen, Abfallstücke von göttlichen Genen, - Wir gehen einen ausgetretenen Pfad - Und erschaffen Modellpuppen.         Uns wurde die Hoffnung geraubt Ohne Qualen zu gebären - Lebendige, Die wir mit eigener Kleidung schmücken Seelenlose Wachspuppen. Beeile dich nicht mich zu beschimpfen, Und schau dich um: Obwohl sie uns ähnlich sind, Leben sie aber nicht uns ähnlich. Deine Nase ist am Fensterglas plattgedrückt, Du schaust - und es schmerzt im Hinterkopf, - Und dort - sitzen sie in der Wärme Und fletschen die Zähne beim Grinsen. Dort ist dieser Kretin im Schlafrock Lacht über dich: Du lebst noch, Freund! Bist du mit dem Schicksal zufrieden? Schau - ein schönes Mädchen - nicht schlecht: Sonnenbräune - und zerzauste Haare bis zum Knie! Eingehüllt in Pelzwerk - Liebkost es schmachtend das Mannequin. Ihr Leben ist tatsächlich gut: Sie werden gepflegt, verhätschelt, verwöhnt, Sie geben keinen Groschen aus Und noch dazu altern sie nicht. Möge man uns auf den Schädel schlagen, Uns stoßen und hauen, - Aber für das Puppen-Mannequin Schufen wir Behaglichkeit. Sie sind so zuvorkommend - schau! Nichts kann sie aufregen. Und sie sind lebenslustig, Und uns, den Verrückten, sind sie über. Er ist niemals einsam - Im Salon, im Bett, beim Billard, - Gleichsam wie ein Jogi, Galant und elegant. Ich wünsche mir so eine Gefangenschaft - Die Freiheit bekommt mir nicht! Ich will anstatt des Mannequins Einen Tag lang so leben. Mit dem Geld von Marionettenhaften Bin ich einverstanden, sogar für eine Wette. Im angenehmen Kreis seiner Familie Wünsche ich, daß mich der Teufel holen möge! Ich schlage einen kühnen Plan vor Für einen möglichen saisonalen Austausch: Wir, Menschen, sind in ihrem seelenlosen Clan, Und statt uns sind die Modellpuppen. Aber ich bin bereit zu schwören, Daß etwas stören wird, Und sie werden mit der Veränderung der Stellen Nicht einverstanden sein. Von ihnen, wird natürlich Keiner seine Behaglichkeit für uns opfern - Sie werden diese sonnigen Vitrinen Nicht kampflos verlassen. Mir scheint, sie verstellen sich Und strecken im Geheimen ihre Glieder aus, Wenn lebendige Menschen schlafen gehen, Gehen die Mannequins nächtens aus. Sie holen die Autos heraus - Und rennen so - halt dich fest! Sie treiben Unfug und führen Ihr lockeres Nachtleben. Sie vollbringen solche Heldentaten, Daß wir die nicht in einem Jahr schaffen, Und dann kehren sie zurück, - Ach, wie ich sie beneide! Wir galoppieren, galoppieren, bergauf und bergab, Wir schmieden Texte und kleben sie an die Wände Unsere Hauptlosung und Devise ist: "Schützt die Modellpuppen". Vor kurzem gab es - haben Sie gelesen? - Einen Überfall auf ein Geschäft, - Auf sie wurde geschossen - Es starb kein einziges. Er beugt sich den Steuern nicht, Die Preissteigerung bewegt ihn nicht... Glückliche Reise, glückliche Reise! Werde glücklich, Mister Maneken! Aber wir leben wie die Hindus Mit der Hoffnung Sterblicher und Vergänglicher, Wenn wir morgen sterben - Werden wir als Modellpuppen wiedergeboren. Also jammert nicht, Freunde, - Unser Tag wird noch kommen, - Bewahret, Leute, heilig Die ganze mannequinhafte Sippe! Die Krankheiten sind in uns verschärft - Aus uns wird nichts werden... Die künftige Hoffnung eines ganzen Landes sind Gesunde, kräftige Menschenpuppen!
© Elisabeth Jelinek. Übersetzung, 2017