Ich lache bis zum Schluchzen - wie vor einem verzerrten Spiegel, - Jemand muß mir einen Streich gespielt haben: Gekrümte Nasen und Grinsen bis zu den Ohren - Wie bei einem Karneval in Venedig! Um mich herum schließt sich ein Ring - Man greift nach mir, zieht mich zum Tanz hinzu, - Ach so, mein normales Gesicht Wird wahrscheinlich für eine Maske gehalten. Feuerwerk, Konfetti - aber es paßt nicht alles, - Und die Masken schauen mich vorwurfsvoll an, - Sie schreien, daß ich wieder aus dem Rhythmus komme, Sodaß ich auf die Füße des Partners trete. Was solll ich tun - laufen wenn möglich schneller? Oder vielleicht mit ihnen zusammen feiern? .. Ich hoffe, daß unter den Tiermasken Sich auch menschliche Geisichter befinden. Alle sind in Masken, in Perücken, absolut alle, - Einige wie aus Märchen und die anderen aus der Literatur... Mein Nachbar zur Rechten ist ein trauriger Harlequin, Der andere ein Henker und jeder Dritte ist ein Dummkopf. Einer schminkt sein Geischt weiß, Der andere versteckt es vor dem Bekanntwerden, Und einige sind nicht mehr imstande zu unterscheiden Das eigene Gesicht von der unerläßlichen Maske. Ich schließe mich lachend dem Reigentanz an, - Und dennoch fühle ich mich unruhig unter ihnen: Und was ist, wenn jemandem die Maske eines Henkers So gefällt, daß er sie nicht abnehmen wird? Plötzlich wird der Harlequin für immer traurig sein, Selbst bewundernd sein trauriges Gesicht, Was, wenn der Dummkopf sein dummes Aussehen Auf seinem normalen Gesicht vergessen wird?! Wie kann man ein liebenswürdiges Gesicht nicht übersehen, Wie kann ich das Ehrliche sicher erkennen? Alle haben gelernt Masken aufzusetzen, Damit sie ihre Gesichter nicht auf den Steinen zerschmettern. Ich habe dennoch das Geheimnis der Masken gelöst, - Ich bin sicher, daß meine Analyse richtig ist: Diese Masken der Gleichgültigkeit könnten bei einigen - Als Schutz sein vor Spucke und Ohrfeigen.                        
© Elisabeth Jelinek. Übersetzung, 2016