Wenn dein Freund dir nicht koscher scheint (weiß der Teufel, ob Freund, ob Feind) und dich springt da die Frage an: Was ist dran an dem Mann? - schlepp ihn stracks in die Berge, wag’s! Steck Ihn ungerührt ungeniert in die Seilschaft zusammen mit dir, und du siehst, was er kann. Ist er da nur so-so la-la, macht er jämmerlich schlapp - und bergab, kaum aufs Eis - die Visage weiß, ausgerutscht - die Courage futsch - werd ihn los, sonst wird er zur Last. Ohne Höhnen und Haß ihn geschaßt! Oben rühmt solchen Mieserich weder Lied noch Gedicht. Wenn er aber nicht plärrt, nicht blarrt, eine Mordswut im Bauch, doc her kraucht, und du gleitest vom Fels und fällst, und er ächzt, aber halt, halt sich echt wie Im Feuergefecht, steht dann hoch auf dem Graf wie bezecht - solchem kannst du im Wachen und Traum wie dir selber vertraun.
© Johann Warkentin. Übersetzung, 1988