Ich will das Ende mir nicht selbst bereiten, Das pralle Leben hab ich niemals satt, Doch mag ich keine von den Jahreszeiten, Wenn sie nur Schnaps und Krankheit für mich hat. Ich hasse diese Zyniker, die kalten, Auch was die Schwärmer faseln, ist nur Mist. Ich mag nicht, wenn der Brief, den ich erhalten, Erbrochen wurde und gelesen ist. Ich hasse Wahrheit unklar und in Stücken, Mir’s Maul verstopfen lassen mag ich nicht. Auch heimtückische Schüsse in den Rücken, Pistole auf der Brust - das hasse ich. Ich hasse, wenn man nach Gerüchten dürstet, Den Zweifel und den Ordensnadelstich. Wenn man das Fell gegen den Strich mir bürstet, Auch Eisen über Glas, das hasse ich. Zufriedne Schweine haß ich, vollgefressen, Schon besser, wenn die Bremse mal blockiert. Ich hasse, wenn die Ehre wird vergessen, Verleumdung allerorten triumphiert. Kein Mitleid hab ich, keinen Wunsch zu rächen, Wenn ein Romantiker zerbrochen ist. Ich mag Gewalten nicht, noch mag ich Schwächen, Mich dauert nur das Kreuz von Jesus Christ. Mich selbst haß ich, seh ich mich feig taktieren, Doch duld ich nicht, wenn schuldlos sich wer duckt. Mich kotzt es an, will man mich provozieren, Und hinterher die Seele mir bespuckt. Ich mag Politclowns nicht und ihre Reden - Versprochen wird, gelobt und prophezeit, Die Zukunft wird gemalt als Garten Eden. Das alles haß ich jetzt und allezeit.
© Reinhold Andert. Übersetzung, 1989
© Aleksander Trabczynski. Vortrag, 1994
© Jurij Schwarzkopf. Vortrag, 2011